Der Frühling hat begonnen, die Tage werden wieder länger und die Sonne gewinnt an Kraft. Damit steigt nicht nur die Vorfreude auf wärmere Tage, sondern auch die Notwendigkeit, unsere Haut mit dem richtigen Sonnenschutz zu schützen.
Wir alle genießen die ersten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut. Doch ohne den richtigen Sonnenschutz kann aus dem Spaß schnell Ernst werden: Ein schmerzhaft roter Sonnenbrand ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich.
Gerade jetzt zum Frühlingsbeginn ist Sonnenschutz besonders wichtig, denn die UV-Strahlen können bereits stark genug sein, um die Haut zu schädigen. Wer jetzt regelmäßig Sonnencreme aufträgt, schützt seine Haut und beugt Sonnenbrand sowie langfristigen Hautschäden vor. 🌞💛
Die Bedeutung von Sonnenschutz
Sonnenschutz ist für Menschen in jedem Alter wichtig, um die Haut vor den unsichtbaren Gefahren der Sonnenstrahlen zu schützen. Die Sonne tut uns zwar in Maßen gut (z.B. für die Vitamin-D-Bildung), doch zu viel ultraviolette (UV) Strahlung kann erhebliche Schäden verursachen. UV-Strahlen der Sonne gelten als umweltbedingter Risikofaktor Nummer eins für Hautkrebs. Entsprechend häufig ist Hautkrebs: Allein in Deutschland erkranken pro Jahr etwa 270.000 Menschen neu an Hautkrebs. Sonnenschutz ist nicht nur im Sommerurlaub, sondern auch im Alltag wichtig – viele unterschätzen die tägliche UV-Dosis. So ergab eine Umfrage, dass nur 30 % der Eltern ihre Kinder auch im Alltag konsequent eincremen.
Kurzfristige Folgen ungeschützter Sonnenexposition
Bereits nach kurzer Zeit in intensiver Sonne kann die Haut einen Sonnenbrand entwickeln. Sonnenbrand ist eine akute Entzündungsreaktion: Die Haut rötet sich, schwillt an und schmerzt. Kurzwellige UVB-Strahlen dringen in die oberen Hautschichten ein und verursachen den Sonnenbrand. Viele glauben, dass nur hellhäutige Menschen Sonnenschutz brauchen – doch auch gebräunte oder dunklere Haut erleidet durch UV-Strahlen unsichtbare Zellschäden, selbst wenn kein Sonnenbrand entsteht.
Weitere kurzfristige Folgen zu starker Sonnenexposition können sein:
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Sonnenstich und Hitzschlag: Langes Verweilen in praller Sonne, vor allem ohne Kopfbedeckung, kann den Körper überhitzen. Mögliche Folgen sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit bis zur Bewusstlosigkeit.
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Augenreizungen: Intensive UV-Strahlung kann die Augen akut schädigen. Ohne Sonnenbrille drohen schmerzhafte Entzündungen der Hornhaut oder Bindehaut – vergleichbar mit der „Schneeblindheit“ bei Gebirgswanderern. Die Beschwerden klingen meist nach einigen Tagen ab, sind aber sehr unangenehm.
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Hautausschläge: Manche Menschen reagieren auf zu viel Sonne mit juckenden Rötungen oder kleinen Bläschen (umgangssprachlich auch „Sonnenallergie“ genannt).
Langfristige Folgen ungeschützter Sonnenexposition
Je mehr UV-Strahlung sich im Laufe des Lebens ansammelt, desto größer ist das Risiko für bleibende Schäden. Selbst moderate UV-Dosen verursachen winzige DNA-Schäden in Hautzellen, die meist wieder repariert werden. Doch bei häufiger, intensiver Bestrahlung stoßen die Reparaturmechanismen an ihre Grenzen
Mögliche Spätfolgen ungeschützten Sonnenkonsums sind:
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Vorzeitige Hautalterung: UV-Strahlung lässt die Haut schneller altern. Insbesondere UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein und schädigen dort kollagene Fasern, was zu Faltenbildung und Elastizitätsverlust führt. Schätzungen zufolge gehen bis zu 80–90 % der Hautalterungsanzeichen (Falten, Pigmentflecken) auf UV-Schäden zurück.
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Hautkrebs: Wiederholte UV-Schäden im Erbgut der Hautzellen können zu unkontrolliertem Zellwachstum und damit zu Krebs führen. Sowohl UVB- als auch UVA-Strahlen tragen zur Entstehung aller Hautkrebsarten bei. Schon ein einziger heftiger Sonnenbrand mit Blasenbildung in jungen Jahren verdoppelt das Melanomrisiko im späteren Leben. Fünf oder mehr Sonnenbrände führen zu einem mehr als doppelt so hohen Risiko für schwarzen Hautkrebs.
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Augenerkrankungen: Langjährige UV-Belastung erhöht das Risiko für Augenleiden. Grauer Star (Katarakt), eine Trübung der Augenlinse, tritt bei Menschen mit hoher UV-Belastung häufiger auf. Weltweit werden etwa 10 % aller Katarakt-Erblindungen direkt auf UV-Strahlung zurückgeführt.
Die genannten Risiken lassen sich durch Sonnenschutz erheblich senken. Dermatologen empfehlen, vor allem die Mittagssonne zu meiden (zwischen ca. 11 und 15 Uhr) und ansonsten Schatten zu suchen, wenn möglich. Schutzkleidung, Hut und Sonnenbrille bieten zusätzlichen Schutz. Unbedeckte Haut sollte mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30 oder mehr) eingecremt und alle zwei Stunden nachgecremt werden. Mit solchen Maßnahmen bleibt die Sonne unser Freund – und wir schützen unsere Haut vor Schaden.
Warum Sonnenschutz für Neurodermitis-Betroffene besonders wichtig ist
Menschen mit Neurodermitis haben eine empfindliche Hautbarriere, die sie weniger vor äußeren Einflüssen schützt. Sonnenschutz ist für sie nicht nur wichtig, sondern essenziell, um Hautschäden, Irritationen und langfristige Folgen zu vermeiden. Während Sonnenlicht für manche Neurodermitis-Betroffene eine kurzfristige Verbesserung bringen kann, birgt ungeschützte UV-Exposition auch erhebliche Risiken.
Neurodermitis und die Hautbarriere – warum sie so empfindlich ist
Die Haut von Menschen mit Neurodermitis ist von Natur aus trockener, weil ihr wichtige Fette und Feuchthaltefaktoren fehlen. Dies führt dazu, dass die Haut nicht ausreichend gegen Umweltreize geschützt ist und schneller auf äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Wind oder Chemikalien in Kosmetika reagiert. Die ohnehin schon geschwächte Hautbarriere kann durch UV-Strahlen weiter geschädigt werden, was Entzündungen verstärken oder neue Schübe auslösen kann.
Vorteile der Sonne für Neurodermitis – aber nur in Maßen
Trotz der Risiken berichten viele Neurodermitis-Betroffene, dass Sonnenlicht ihre Symptome vorübergehend lindern kann. UVA- und UVB-Strahlen haben eine entzündungshemmende Wirkung, weshalb einige Menschen in den Sommermonaten eine Verbesserung der Haut bemerken. Diese Wirkung wird auch in speziellen UV-Therapien genutzt, die jedoch unter medizinischer Aufsicht erfolgen.
Allerdings ist der Grat zwischen „hilfreich“ und „schädlich“ schmal: Zu lange oder ungeschützte Sonnenexposition führt schnell zu Sonnenbrand, Feuchtigkeitsverlust und Irritationen, was Neurodermitis-Schübe begünstigen kann. Daher ist ein gezielter und gut dosierter Sonnenschutz essenziell.
UVA, UVB und UVC – die unterschiedlichen Strahlen der Sonne
Sonnenstrahlung besteht aus verschiedenen Arten von Lichtwellen, die unterschiedlich tief in die Atmosphäre und in unsere Haut eindringen. Während sichtbares Licht und Wärme für uns spürbar sind, bleibt ultraviolette (UV) Strahlung unsichtbar – und kann dennoch große Auswirkungen auf unsere Haut haben.
Die UV-Strahlung wird je nach Wellenlänge in UVA, UVB und UVC-Strahlen unterteilt. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Energie, sondern auch in ihrer Wirkung auf die Haut.
UVC-Strahlen – die gefährlichsten, aber blockiert durch die Atmosphäre
UVC-Strahlen (100–280 nm) sind die energiereichsten und damit gefährlichsten UV-Strahlen. Sie haben das Potenzial, lebende Zellen extrem schnell zu zerstören und wären ohne Schutz tödlich für Mensch und Tier. Glücklicherweise werden diese Strahlen vollständig von der Ozonschicht in der Atmosphäre abgefangen, sodass sie die Erdoberfläche nicht erreichen.
Dennoch kommen UVC-Strahlen in bestimmten Situationen vor, z. B. in künstlichen UV-Desinfektionslampen, die zur Keimtötung verwendet werden. Diese Lampen müssen mit Vorsicht gehandhabt werden, da sie schwere Haut- und Augenschäden verursachen können.
UVB-Strahlen – Hauptverursacher von Sonnenbrand und Hautkrebs
UVB-Strahlen (280–320 nm) haben eine mittlere Energie und sind die Hauptursache für Sonnenbrand. Sie dringen nur in die oberen Hautschichten (Epidermis) ein, können dort aber erheblichen Schaden anrichten.
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Positive Wirkung: UVB-Strahlen sind notwendig für die Vitamin-D-Synthese, die für gesunde Knochen, das Immunsystem und verschiedene Stoffwechselprozesse wichtig ist. Bereits kurze Sonnenexposition (ca. 10–15 Minuten täglich) reicht aus, um den Vitamin-D-Bedarf zu decken.
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Negative Wirkung: Zu viel UVB-Strahlung führt zu Sonnenbrand, Hautrötungen und Zellschäden, die sich über die Jahre ansammeln und das Risiko für Hautkrebs erheblich erhöhen.
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Risiko: Wiederholte Sonnenbrände, insbesondere in der Kindheit, können das Risiko für schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) im späteren Leben mehr als verdoppeln.
UVB-Strahlen sind im Sommer und zur Mittagszeit am stärksten. Im Winter sind sie schwächer, sodass das Sonnenbrandrisiko geringer ist, aber nicht null.
UVA-Strahlen – die unterschätzte Gefahr für Hautalterung und Krebs
UVA-Strahlen (320–400 nm) haben die längste Wellenlänge der drei UV-Arten und können tiefer in die Haut eindringen. Sie erreichen die Lederhaut (Dermis), wo sie Kollagen und elastische Fasern schädigen.
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Hautalterung: UVA-Strahlen sind der Hauptverursacher von vorzeitiger Hautalterung (Photoaging). Sie zerstören die elastischen Strukturen der Haut und führen zu Falten, Pigmentflecken und einem ungleichmäßigen Hautbild.
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Langfristige Schäden: Obwohl UVA-Strahlen keine direkten Sonnenbrände verursachen, dringen sie tief in die Zellen ein und können freie Radikale erzeugen, die das Hautkrebsrisiko erhöhen.
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Ganzjährige Belastung: UVA-Strahlen sind ganzjährig und den ganzen Tag über stark, auch an bewölkten Tagen oder im Schatten.
Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass UVA-Strahlen ungefährlich sind, weil sie keinen Sonnenbrand verursachen. Tatsächlich tragen sie jedoch genauso zur Hautalterung und Hautkrebsentstehung bei wie UVB-Strahlen.
Fazit: Sonnenschutz ist unverzichtbar – für alle Hauttypen
Sonnenschutz ist keine Option, die man gelegentlich nutzt, sondern eine notwendige Schutzmaßnahme, um die Haut langfristig gesund zu halten. UVA- und UVB-Strahlen begünstigen Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs, weshalb täglicher Schutz essenziell ist.
Menschen mit Neurodermitis benötigen einen besonders durchdachten Sonnenschutz, da ihre Haut empfindlicher auf äußere Einflüsse reagiert. Ihre ohnehin geschwächte Hautbarriere kann durch UV-Strahlung weiter belastet werden, was zu Entzündungen, Trockenheit oder sogar verstärkten Schüben führen kann. Zwar kann Sonnenlicht in manchen Fällen entzündungshemmend wirken, doch ungeschützte oder übermäßige Exposition ist riskant.
Egal, ob gesunde oder empfindliche Haut – der richtige Sonnenschutz ist ein Muss! Wer auf hochwertige Sonnencremes achtet, schützende Kleidung trägt und die intensive Mittagssonne meidet, kann die Sonne sicher genießen, ohne die Haut zu gefährden.
Denn: Mit dem richtigen Schutz bleibt die Sonne unser Freund! ☀️🧴
Quellen:
Deutsche Krebshilfe (2023) – UV-Strahlung als Hauptursache für Hautkrebs
Quelle: www.krebshilfe.de
Robert Koch-Institut (2023) – Jährliche Hautkrebs-Neuerkrankungen in Deutschland
Quelle: www.rki.de
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, 2022) – Eltern und Sonnenschutz für Kinder
Quelle: www.kindergesundheit-info.de
American Academy of Dermatology (2023) – UVA-Strahlen tragen zur Hautkrebsentwicklung bei
Quelle: www.aad.org
American Academy of Dermatology (2023) – Sonnenbrand als Entzündungsreaktion durch UVB-Strahlen
Quelle: www.aad.org